Die richtige Krankenversicherung für Selbstständige

Als wäre der Schritt in die Selbstständigkeit noch nicht anspruchsvoll genug, müssen auch noch die privaten Finanzen in einem neuen Licht gesehen werden. Vor allem bei den Versicherungen gibt es viel zu beachten, doch mit den richtigen Tipps lässt sich gutes Geld sparen.

Gesetzlich oder privat?

Meistens gibt es auf diese Frage eine klare Antwort. Dazu ein Blick auf das deutsche Versicherungsprinzip: Arbeitnehmer zahlen etwa 15 Prozent ihres Einkommens an die gesetzliche Versicherung, die Hälfte davon wird allerdings vom Arbeitnehmer übernommen. Ab einem Jahresbruttoeinkommen von 53.550 Euro (Stand 2014) erfolgt der Wechsel in die PKV.

Bei Selbstständigen sieht es jedoch anders aus. Hier besteht von Anfang an, also unabhängig vom Einkommen, die freie Wahl zwischen gesetzlich und privat. Da Selbstständige allerdings keinen Arbeitgeberzuschuss erhalten, müssen sie in der gesetzlichen Kasse doppelt so viel zahlen wie ein Angestellter mit gleichem Einkommen. Dadurch ist die GKV für Selbstständige kaum lukrativ, vor allem wenn man bedenkt, dass die Leistungen bekanntlich deutlich schlechter sind.

In der PKV dagegen spielt das Einkommen keine Rolle. Hier zählen einzig Faktoren wie Gesundheitszustand, chronische Krankheiten und vor allem das Alter. Bedeutet: Vor allem junge, gesunde Selbstständige kommen in der PKV von Anfang an besser weg als in der GKV. Das ist ganz klar einer der Vorteile der Selbstständigkeit, ganz im Gegensatz zu Themen wie Kreditvergabe und Co.. Dazu kommen die Leistungen: Private Versicherungen setzen sich meistens aus einem Baukastensystem zusammen. Der Basistarif für die Grundversorgung ist für den Großteil der Kosten verantwortlich, darüber hinaus kann man verschiedene Optionen gegen Aufpreis frei wählen, etwa Zahnzusatzpakete, Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung im Krankenhaus, selbst die Kostenübernahme für Kuren oder psychologische Behandlungen sind möglich.

Dementsprechend groß ist die Tarifauswahl auf dem Markt. Private Versicherer wie AXA oder Allianz buhlen um junge Selbstständige, während sich die GKV auf Arbeitnehmer fokussiert. Übrigens: Der Wechsel zurück in die GKV, etwa wenn man die Selbständigkeit aufgibt und wieder ins Angestelltenverhältnis wechselt, ist unter gewissen Umständen möglich (das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle). Das war nicht immer so. Früher galt: Einmal in der PKV, immer in der PKV. Je nach Veränderung des beruflichen Werdegangs konnte das einen Nachteil bedeuten, da die PKV ihre Beiträge nach Belieben erhöhen darf, ohne dass man etwas dagegen tun kann. Die Wahl des Versicherers macht also nach wie vor viel aus, doch das Risiko ist geringer, da die Entscheidung nicht mehr unumkehrbar ist.

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