Ein Dialog zur Zahlungsmoral

Dass es mit der Zahlungsmoral in den letzten Jahren nicht unbedingt besser geworden ist, ist nichts Neues. Auffällig ist jedoch, dass es offenbar immer mehr Leuten überhaupt nicht mehr peinlich ist, dass sie nicht zahlen können. Ich erinnere mich noch an Zeiten, als nach der ersten Mahnung regelmäßig die Ausrede kam, die Rechnung sei verschütt gegangen. Inzwischen spart man sich die Energie für Notlügen und gibt ganz lapidar zu, dass man gerade einfach keine Lust hat, Überweisungen auszufüllen.

Hier ein realer Dialog, den ich vor kurzem mit einer Kundin geführt hatte. Es ging um einen kleinen Textauftag und die dazugehörige Rechnung, die seit sechs Wochen überfällig war.

Ich: Hallo Frau XY, ich rufe wegen einer Rechnung vom Januar an. Ihre Kollegin hat meine Mail ja sicher schon an Sie weitergeleitet.

Sie: Und was soll mit der Rechnung sein?

Ich: Sie ist noch nicht überwiesen. Ist sie vielleicht bei Ihnen verschüttgegangen?

Sie: Nein, ist sie nicht.

Ich: Wird sie dann in den nächsten Tagen überwiesen?

Sie: Wir haben jetzt so viel zu zahlen gehabt, da kann es schon dauern.

Ich: Aber die Rechnung war ja schon vor sechs Wochen fällig.

Sie: Wieviel ist es denn?

Ich: 69 Euro.

Sie: Also gut, dann zahlen wir eben.

Man darf gespannt sein…

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