Berlin will Gewerbesteuer für Freiberufler im Bundesrat durchboxen

Arm, aber sexy – so präsentiert sich die chronisch klamme Hauptstadt gerne im Rest Deutschlands. Weniger sexy, sondern eher ein Armutszeugnis sind dagegen die jüngsten Überlegungen des neuen Berliner Finanzsenators Ulrich Nußbaum.

Der, so berichtet der Berliner Tagesspiegel,  denkt nur ein paar Tage nach seinem Amtsantritt schon laut darüber nach, die Gewerbesteuerpflicht für Freiberufler einzuführen. Seine Begründung: Apotheker, niedergelassene Ärzte und Anwälte würden sowieso gut verdienen, dann könnten sie auch die zusätzliche Gewerbesteuer verkraften.

Was sich auf den ersten Blick nach einer Schnapsidee aus den Niederungen der Neidkultur anhört, könnte jedoch zu einer ernsthaften Steuergefahr für Freie werden. Nußbaum erwägt nämlich, dazu eine Initiative im Bundesrat zu starten. Das wäre alles andere als uneigennützig: Die Gewerbesteuer kommt in erster Linie den Kommunen zugute, und Berlin als größte Stadt Deutschlands würde davon weit überdurchschnittlich profieren. Offenbar geht es dem Finanzsenator weniger darum, Steuergerechtigkeit zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern zu schaffen, sondern vielmehr darum, auf Kosten der gerade in Berlin gut vertretenen Freiberufler die maroden Kassen der Stadt zu füllen.

Ein Kommentar

  1. Finanzvorschläge aus der Pleiten-Stadt Berlin: Das kann nur in die Hose gehen. Für viele Freiberufler wäre die Zahlung einer Gewerbesteuer der finanzielle Ruin. Die meisten sind nämlich nicht gut verdienende Anwälte, sondern Journalisten oder Grafiker.

    Grüße, Melanie

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