Chaos beim Krankengeld für Selbstständige

Wie funktioniert Management by Potatoes? Richtig: Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Nach diesem Prinzip scheint die Bundesregierung derzeit zu handeln, wenn es ums Krankengeld für Selbstständige geht.

Zunächst war beschlossen, für gesetzlich versicherte Selbstständige das Krankengeld in den Standardtarifen der Krankenkassen zum Jahreswechsel 2008/2009 abzuschaffen. Wer als Selbstständiger im Krankheitsfall eine Tagegeld von seiner Krankenkasse bekommen will, muss nun seit dem 1. Januar entweder einen teureren Wahltarif bei der gesetzlichen Krankenkasse oder eine Extraversicherung bei einer privaten Krankenversicherung abschließen.

Den Versicherern war dieser Umstand nicht unrecht, denn er sorgte für ordentliche Abschlusszahlen sowohl bei den gesetzlichen wie bei den privaten Anbietern. Sauer waren hingegen die Betroffenen, bei denen gerade jetzt im schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld hohe Zusatzkosten für die finanzielle Absicherung im Krankheitsfall hinzukommen.

Offenbar hat man in Berlin angesichts der in diesem Jahr bevorstehenden Wahlen nun kalte Füße bekommen, und womöglich wird kräftig zurückgerudert. Seit wenigen Tagen liegt nämlich ein Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums vor, nach dem Freiberufler doch wieder über den Standardtarif der gesetzlichen Krankenkasse ihr Krankentagegeld absichern können. Der Vorteil: Beim Wechsel zu einer günstigeren Kasse steht dann nicht die beim Wahltarif geltende dreijährige Bindungsfrist im Weg.

Doch was ist mit denen, die bereits einen solchen Tarif oder gar eine private Zusatzversicherung abgeschlossen haben? Über Sonderkündigungsrechte oder Entschädigungen haben sich die Verantwortlichen offenbar noch keine Gedanken gemacht.

Fazit: Wer als Betroffener schon einen Wahltarif oder eine Zusatzversicherung abgeschlossen hat, muss die Entwicklung in der Gesetzgebung ständig beobachten, um den richtigen Ausstiegszeitpunkt nicht zu verpassen.

Ein Kommentar

  1. Ja, das ist aber nur ein Punkt, den man bei der PKV berücksichtigen muss. Das Thema ist sehr komplex und wird leider fast immer ziemlich unterschätzt, weil die meisten nur auf die augenblicklichen, meistens sehr attraktiven, Sätze schauen.

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