Vermögensaufbau mit zwei Produkten

Wenn Sie sich auf die Suche nach Anlageprodukten für den Vermögensaufbau machen, stehen Sie vor einem unübersichtlichen Dschungel: Da gibt es tausende verschiedener Investmentfonds, fondsgebundene Versicherungssparverträge, steuerbegünstigte Beiteilungsmodelle – und jeder Finanzberater (der ja meistens ein Finanzverkäufer ist und dessen Rat oft von der Provision beeinflusst wird) empfiehlt Ihnen etwas anderes. Aber es gibt auch eine einfache Lösung:

Vergessen Sie den ganzen Finanzdienstleister-Klimbim und konzentrieren Sie sich auf zwei Produkte, nämlich einen weltweit anlegenden Aktienfonds und Bundeswertpapiere.

Alles andere brauchen Sie nicht, auch wenn Ihnen Banker, Versicherungsmakler und Finanzvermittler das Gegenteil weismachen wollen. Der Vorteil dieser Strategie ist, dass sie

  • ganz einfach funktioniert,
  • absolut übersichtlich ist,
  • kaum Nebenkosten verursacht und
  • mit minimalem Aufwand an Ihre Risikoneigung angepasst werden kann.

Der Aktienfonds-Sparplan

Der Fondssparplan bringt sowohl Renditechancen wie auch Schwankungsrisiken in Ihren Vermögensmix, und deshalb sollten Sie den Aktienfonds sorgfältig auswählen. Der Fonds sollte sich weder auf bestimmte Regionen noch auf bestimmte Branchen beschränken, sondern das Kapital weltweit über alle wichtigen Branchen aufteilen.

Dann sollte der Fonds mindestens 500 Millionen Euro verwalten, weil Sie bei kleinen Fonds Gefahr laufen, dass sie geschlossen werden und Ihr Geld dann zwangsweise in einen anderen Fonds umgebucht wird. Außerdem sollte der Fonds seit mindestens zehn Jahren am Markt sein und in dieser Zeit eine überdurchschnittliche Rendite erzielt haben. Solche Daten finden Sie auf den Websites von Fondsratingagenturen wie beispielsweise Morningstar.

Beim Fondssparen sollten möglichst wenig Nebenkosten entstehen, und daher sind Direktbanken oder Fonds-Discountbroker zu bevorzugen, die Ihnen beim Sparplan keinen Ausgabeaufschlag abziehen und möglichst niedrige jährliche Depotgebühren verlangen.

Der Bundesschatzbrief-Sparplan

Für das Bundesschatzbrief-Sparen eröffnen Sie ein Konto für Bundeswertpapiere bei der Deutschen Finanzagentur, die als staatliche Behörde für die Ausgabe von Bundeswertpapieren zuständig ist. Dort richten Sie einen Sparplan ein, am besten verwenden Sie die Bundesschatzbriefe Typ B, bei denen die Zinsen bis zur Fälligkeit auflaufen.

Einziges Manko: Die Wiederanlage fälliger Bundesschatzbriefe kann derzeit noch nicht automatisch eingerichtet werden. Ab dem siebenten Jahr müssen Sie daher per Online-Banking bei der Deutschen Finanzagentur die Wiederanlage für die fällig werdenden Schatzbrief-Serien in Auftrag geben.

Tipp: Wenn Sie diesen Aufwand vermeiden wollen, können Sie den Sparplan anstatt mit Bundesschatzbriefen auch mit einem Dauerauftrag auf die Tagesanleihe des Bundes laufen lassen. Hier haben Sie dann im Gegensatz zum Bundesschatzbrief einen variablen Zins, dafür sparen Sie sich die Aufträge für die Wiederanlage.

Die Mischung

Nun müssen Sie sich nur noch entscheiden, wieviel Risiko Sie eingehen wollen oder können. Je jünger Sie sind, umso höher kann der Aktienfonds-Anteil der Sparrate sein – besonders Risikofreudige verzichten in den ersten Jahren auf die Bundeswertpapiere und lassen die komplette Sparrate auf den Aktienfonds laufen. Wenn Sie Schwankungen lieber abfedern wollen, dann teilen Sie die Monatsrate hälftig in Aktienfonds und Bundeswertpapiere auf.

Zehn Jahre vor der geplanten Fälligkeit beginnen Sie mit der Umschichtung. Wenn das Gesamtkapital beispielsweise im Alter von 65 Jahren zur Verfügung stehen soll, beenden Sie mit 55 Jahren den Aktienfonds-Sparplan und lassen die gesamte Rate in Bundeswertpapiere fließen. Hier ist nun die Tagesanleihe die bessere Variante, weil Sie dort keine Beschränkung und keine Sperrfrist beim Kündigen haben.

Mit diesem Zeitpunkt beginnen Sie auch die Umschichtung nach folgendem Strickmuster: Im zehnten Jahr vor der Fälligkeit schichten Sie 1/10 des Aktienfonds-Guthabens auf Tagesanleihe/Bundesschatzbriefe um, im neunten Jahr 1/9 – und so weiter, bis am Ende alles sicher angelegt und kein Verlustrisiko mehr vorhanden ist.

Auch wenn Ihnen diese Strategie ziemlich langweilig vorkommt: Auf diese Weise haben Sie minimale Nebenkosten, eine saubere Trennung zwischen Sicherheit und Risiko und jederzeit die Möglichkeit, Ihren Vermögensmix der Lebenslage anzupassen.

Kommentar hinterlassen

You must be logged in to post a comment.